Geografisches

Balzers ist die südlichste Gemeinde des Fürstentums Liechtenstein, liegt auf 472 m ü.M. und weist eine Fläche von 19.7 km2 auf. Sie besteht aus den beiden, bis ins 20. Jahrhundert räumlich getrennten Dorfteilen Balzers und Mäls, in deren Mitte auf einem markanten Felshügel das Wahrzeichen von Balzers thront, die Burg Gutenberg, sowie mehreren Alpgebieten. Der Talboden wird als Siedlungsgebiet und für die Landwirtschaft genutzt. Im Osten steigt das Gelände über den Mittagsspitz bis zum Mittlerspitz auf knapp 1900 m ü.M. immer steiler an.

Lage

Das Dorf liegt mitten in einer imposanten Bergwelt, zwischen dem Fläscher Berg im Südwesten und den steilen Bergen am Falknis im Osten. Im Westen bildet der Rhein die Grenze zu den St. Galler Gemeinden Wartau und Sargans. Im Süden grenzt Balzers an die Graubündner Gemeinden Fläsch und Maienfeld. Mit diesen ist Balzers über die Passstrasse St. Luzisteig verbunden. Die Landesgrenze zur Schweiz bildet zugleich die Gemeindegrenze. Die Gemeinde wie auch Bürger aus Balzers besitzen jedoch Wald- und Weideflächen (ca. 372 ha) im Gebiet der angrenzenden Bündner Gemeinden, u.a. die Alp Lida und Teile des Elltals. Im Norden und Osten grenzt Balzers an die Liechtensteiner Gemeinde Triesen.

Zu Balzers gehören zudem die Alpen Guschgfiel und Matta (Alpgenossenschaft Guschgfiel) sowie Gapfahl und Güschgle (Alpgenossenschaft Gapfahl).

 

Geologisches – Afrika und Europa begegnen sich

Geologisch gesehen prallen in Balzers zwei Welten aufeinander. Die hier vorkommenden Gesteine wurden zwar im einstigen «Ur-Mittelmeer» gebildet doch unterscheiden sich die Berge im Osten, am Falknis, hinsichtlich des Alters, des Entstehungsortes sowie der Entstehungsbedingungen grundlegend von den Bergen im Westen, am Fläscher Berg.

 

Die Berge im Osten, wie der Mittlerspitz und der Mittagsspitz, gehören geologisch zur Falknis-Decke. Diese ist Teil der Ostalpen, die hier bei uns enden. Die oberen Gesteinsschichten entstanden vor 200 bis 145 Mio. Jahren an der afrikanischen Küste des «Ur-Mittelmeeres».

 

Gerade am anderen Ende des «Ur-Mittelmeeres», an der europäischen Küste, wurden vor 110 bis 65 Mio. Jahren die Gesteinsschichten des Fläscher Bergs mit den daran anschliessenden Inselbergen «Rota Böchel», «Runda Böchel» und Burghügel Gutenberg sowie des Ellhorns abgelagert und verdichtet. Diese gehören geologisch zur Säntis-Decke auf der Schweizer Rheinseite, die Teil des Helvetikums und der Westalpen ist.

 

Dass die ursprünglich weit voneinander entstandenen Gesteinspakete heute so dicht beieinanderliegen, hat mit dem Prozess der Alpenfaltung zu tun.

 

Seit die Alpen vor etwa 5 Mio. Jahren aus dem Meer aufgetaucht sind, arbeiten die Kräfte der Erosion an der Landschaft und geben ihr ihre aktuelle und vergängliche Form. Vor allem haben Gletscher und deren Schmelzwasser in den vergangenen zwei Millionen Jahren die Landschaft geprägt. Nach dem Rückzug der Gletscher bildete sich im Rheintal ein See, der sich noch vor 15'000 Jahren von Chur bis in den heutigen Bodensee ausdehnte. Vom Rhein mitgebrachtes Geschiebe liess den See in wenigen Jahrtausenden verlanden und schuf so die Talebene.

 

Balzner Marmor

Das bekannteste Gestein des Fläscher Bergs ist der so genannte «Balzner Marmor». Er ist ein Kalkstein, der im rohen Zustand eine grau-bläuliche Färbung aufweist, durchzogen mit weissen Kalzitadern. Seine ganze Schönheit entfaltet er jedoch im geschliffenen und polierten Zustand, wo er einen schwarz glänzenden Grundton annimmt.

 

Seit über 150 Jahren wird er in einem Steinbruch abgebaut und ist wegen seiner wunderschönen Textur und Farbe sowie seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten weit über die Landesgrenze bekannt.

 

Geologisch gesehen handelt es sich jedoch bei diesem Gestein nicht um einen Marmor, denn er wurde während seiner Entwicklung nicht dem hohen Druck und den Temperaturen ausgesetzt, die einen Kalkstein zum Marmor verwandeln.

 

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