Pfarrei

Die Pfarrei Balzers, die bis 1999 zum Bistum Chur und seither zum Erzbistum Vaduz/Liechtenstein gehört, ist gebietsmässig identisch mit der politischen Gemeinde. Schon im churrätischen Reichsgutsurbar aus dem Jahre 842 sind zwei Kirchen erwähnt. Die späteren Verhältnisse sind unklar.

1208 besass das Kloster Churwalden in Balzers einen Hof, ab 1222 mit Kapelle. 1305 erwarb der auf Burg Gutenberg wohnende Minnesänger Heinrich von Frauenberg das Patronatsrecht der damals zur Pfarrkirche erhobenen Kapelle. Von 1314 bis 1824 besass das Haus Habsburg Gutenberg und damit das Recht, den Pfarrer der Balzner Pfarrkirche St. Nikolaus zu bestimmen. Beides gelangte durch Kauf an die Gemeinde.

Trotz der Zuwanderung von Personen anderer Konfessionen überwiegt bis heute die katholische Bevölkerung deutlich. Ein Bericht von 1595 sagt, dass die Pfarrei 170 Kommunikanten zähle (Pfarreiangehörige über 13 Jahre). Die ärmlich eingerichtet Kirche habe drei Glocken und vier Altäre. 1707 wurde eine Frühmesspfrund errichtet. Ende des 18. Jahrhunderts führt eine Landesbeschreibung eine Pfarrkirche und zwei Kapellen auf.

Die Kapelle Maria-Hilf in der heutigen Form stammt aus dem 17.-19. Jahrhundert, der Vorgängerbau ist aber älter. Die verschwundene alte Burgkapelle Gutenberg stammte wohl aus der Frühzeit der Burg um 1300 und wurde seit 1780 nicht mehr benützt.
 

Die Kapelle St. Peter geht in die Zeit um 1300 zurück. Patrone der Pfarrkirche sind St. Nikolaus und St. Martin.